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Lebendige Erdgeschoßzone im Nordbahnviertel

Im Rahmen des Forschungsprojekts OPENhauswirtschaft fanden in den vergangenen Wochen drei Grätzlgespräche statt. Für den Podcast habe ich den Abend, in dem es um die Entwicklung der Erdgeschoßzone im Nordbahnviertel geht, für euch mitgeschnitten. Danke an die HausWirtschaft für die Einblicke!

Bildquelle: NBV

Die Gäste

Das Stadtteilbüro der Gebietsbetreuung Stadterneuerung (GB*) wurde bei dem Treffen durch Andrea Mann vertreten. Die GB* sammelt Anliegen und Fragen von Anrainer*innen, um sie an zuständige Stellen weiterzuleiten. Die Themen reichen von Fragen und Beschwerden rund um den Verkehr über das Thema Sicherheit bishin zu konkreten Wünschen nach bestimmten Geschäften. Die GB* ist aber auch mit zahlreichen Veranstaltungen vor Ort präsent. Wer sich intensiver für die Arbeit der GB* interessiert, findet den dazugehörigen Podcast hier

Die Koordination der Erdgeschoßzone im Nordbahnviertel wird seit wenigen Jahren von der Nordbahnviertel NBV Service GmbH vertreten. Die Fragen beantwortete Geschäftsführer Mario Pailer. Wer tiefer in die Arbeit der NBV eintauchen will, kann sich den dazugehörigen Podcast hier anhören. 

Versäumnisse in der ersten Bauphase

Welche Versäumnisse in der Gestaltung der Erdgeschoßzone rund um die Vorgartenstraße (Bauphase 208 bis 2014) es gab, erläuterte Andrea Mann zu Beginn der Diskussion. Auch die Vorgartenstraße ist – ebenso wie die Bruno-Marek-Allee, eigentlich als Geschäftsstraße gewidmet. Allerdings wurde beim Bau nicht von Vornherein mitbedacht, wie die geplanten Geschäftsflächen bespielt werden sollten, sodass es zunächst zu einem Leerstand kam, lange kein Gesamtkonzept ersichtlich war und viele breite Gehsteigflächen nach wie vor leer bleiben, statt etwa mit Schanigärten belebt zu sein. 

Für Neubaugebiete würden sich als erstes meist größere Ketten melden, erläuterte Mann. Das allein mache aber noch keine Qualität eines Stadtteils aus, die erst durch eine gewisse Vielfalt des Angebots entstehe. Bald wurde klar, dass es hier bereits in der Bauphase (und davor) Koordinationsbedarf gibt, weshalb die NBV für die weitere Bauphase im nördlichen Teil des Nordbahnviertels auf den Plan trat. 

Eine Gesamtlösung für die Erdgeschoßzone im Nordbahnviertel

“Die gemachten Fehler wollte man für die nächste Bauphase vermeiden”, so Mann. Der Bereich um die Bruno-Marek-Allee wurde daher – was die Durchmischung betrifft – eher wie ein Einkaufszentrum gemanagt. 

“Die Leute gehen dann hin, wenn es alles gibt, was sie brauchen. 

Hinter dem Konzept der NBV steht die Idee, nicht immer nur den meistzahlenden Mieter zu nehmen. “Denn das ist nicht immer das, was die Leute im Stadtteil brauchen”, so Pailer. Für die NBV gebe es daher fünf Kriterien bei der Auswahl der Gewerbetreibenden:

  • Nahversorger
  • Frequenzbringer (zu beiden zählen Supermärkte, Apotheken, etc.)
  • Identitätsstifter 
  • Qualitätsbringer
  • Attraktoren

Diese fünf Kriterien würden sich natürlich auch oft überschneiden. Gerade an Kreuzungspunkten wie Haltestellen oder Wegachsen sei besonders darauf zu achten, Frequenzbringer anzusiedeln. Dann funktionieren etwas weiter entfernt auch die anderen Geschäfte. Wichtig sei jedenfalls ein “professioneller Branchenmix”. Um diesen zu erreichen, mietet die NBV alle Gewerbeflächen zum selben Preis an und vermietet sie weiter – zu Preisen, die sich die jeweiligen Gewerbetreibenden gut leisten können, sodass auch kleine Unternehmen im Viertel eine Chance bekommen. Langfristige Mietverträge sollen für nachhaltige Belebung sorgen. 

“Durch das Quartiersmanagement haben wir auch Zugang zu Bewohner*innen und können für die Befruchtung zwischen Gewerbetreibenden und Bewohnern und Angestellten sorgen”, so Pailer. Durch Aktionen am Standort will man auch für die Belebung einzelner Mieter sorgern. 

Was macht eine gelungene Sockelzone aus?

Für Andrea Mann ist das glasklar: “Man geht gerne durch und vergisst die Zeit. Dabei handelt es sich um eine subjektiv bewertete Reisezeit: Man ist bereit, länger zu Fuß zu gehen.” 

Auch gebe es nun einen Qualitätssicherungsbeirat, der sich mit Planern zusammensetzt und auf Dinge achten kann, die im Erdgeschoß wichtig sind. Dass die Zone rund um das Bank Austria Center derzeit recht leer erscheint, führt Mann auch darauf zurück, dass zahlreiche Mitarbeiter*innen nach wie vor im Homeoffice seien. “Diese 7.000 Menschen fehlen”, gibt sie zu bedenken. 

Ein Schlüssel, um die Geschäftsstraßen tagsüber nicht verwaist daliegen zu lassen, sei eine gelungene Nutzungsmischung in den Gebäuden. “Es braucht Leute, die tagsüber da sind und die nicht alle auspendeln.” Geschehe das, könnten die Geschäfte und Restaurants nicht überleben. 

Was wird in der Erdgeschoßzone im Nordbahnviertel noch kommen?

Unter anderem eine Apotheke, eine Buchhandlung sowie weitere Gastronomiebetriebe gegenüber vom Noodle King und der Bäckerei Gragger, die auch tagsüber warme Küche anbieten.  

Welche weiteren Pläne es rund um die Bruno-Marek-Allee gibt, hört ihr im Podcast!

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